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Future Economy: Wie steht es um das Gründerökosystem in Bremerhaven und Bremen?

Enge Klappstuhlreihen, besetzt mit rund 50 gespannten Gesichtern. Der Raum platzt aus allen Nähten. Davor stehen fünf sehr unterschiedliche Menschen, die ein gemeinsames Anliegen teilen: Die Zukunft der Wirtschaft in unserer Region aktiv mitzugestalten.

 

Am Mittwoch, den 27. März 2019 luden der Junge Wirtschaftsrat, die Wirtschaftsjunioren Bremerhaven und das Goethe Camp zu einer Podiumsdiskussion rund um das Thema „Future Economy: Wie steht es um das Gründerökosystem in Bremen und Bremerhaven?“ Die vier Diskutanten beleuchteten das Thema dabei aus ganz verschiedenen Blickwinkeln. Jan Wessels zum Beispiel gilt als der Wegbereiter der florierenden Bremer Startup-Szene. „Wie schaffen wir das auch in Bremerhaven?“, hakte Dr. Julia Köhn, Mehrfachgründerin und Moderatorin des Abends, nach. „Durch Multiplikatoren, die sich gemeinsam für einen starken Standort einsetzen. Durch Menschen, die Netzwerkabende veranstalten und die, die kommen.“, entgegnete Matthias Hunecke, Vorstand der Business Angels Weser-Ems-Bremen und Gründer mehrerer Start-Ups. Ein „alter Hase“ der Bremerhavener Wirtschaft ist Jens Grotelüschen (FDP). Er gab wertvolle Einblicke in die Historie der Gründerszene Bremerhavens. Bereits um die Jahrtausendwende veranstaltete er mit anderen Akteuren Vernetzungsabende für Existenzgründer und Kapitalgeber in der Region. „Ein starker Zweig der Bremerhavener Wirtschaft habe auch weiteren Vernetzungsbedarf: Forschung & Entwicklung.“, gab Maurice Müller, Mitarbeiter bei Fraunhofer IWES und Stadtrat (Grüne) zu Bedenken. Die Forschungsinstitute arbeiten eng mit der Hochschule zusammen, die Hochschule mit der Wirtschaft. Hier bliebe aber noch einiges an Potential ungenutzt.

 

Es ist noch viel zu tun, um die Rahmenbedingungen für Gründerinnen und Gründer in Bremerhaven sowie Bremen zu verbessern. Von Bürokratieabbau und einfachen Kapitalaufnahmemöglichkeiten war die Rede. Auch müsse die Old Economy auf dem Weg zur Future Economy aktiv mitgenommen werden. Junge Gründer und gestandene Unternehmer haben viele Anknüpfungspunkte und können voneinander lernen. Nicht zuletzt spielen Vernetzungsorte wie das Goethe Camp hierbei eine zentrale Rolle, um einen Anlaufpunkt für diese Verbindungen zu geben. Eine wichtige Aufgabe sei auch der Wissenstransfer für „unternehmerisches Denken und Handeln“ in den Schulen der Region. Denn diese Kinder sind unsere Unternehmer von morgen. Wir alle brauchen neue Denkansätze und ein positives Bild von unserem Standort. Nur gemeinsam schaffen wir eine solide Grundlage für die Zukunft der Region.